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Kaufabwicklung: Der 20-Schritte-Guide für Makler

Von der Reservierung bis zur Bewertung: Der vollständige Guide zur 20-Schritte-Kaufabwicklung für Immobilienmakler.

Tobias Troendle

Tobias Troendle

Immobilienmakler · Stuttgart

Kaufabwicklung: Der 20-Schritte-Guide für Makler

Die Kaufabwicklung ist der Teil des Maklergeschäfts, der am meisten Zeit frisst – und am wenigsten sichtbar ist. Käufer und Verkäufer wissen oft nicht, wo sie gerade stehen. Und du verbringst Stunden damit, denselben Status per Telefon oder E-Mail weiterzugeben.

Warum die Kaufabwicklung so viel Reibung erzeugt

Das Problem ist strukturell. Zwischen Reservierung und Schlüsselübergabe liegen im Schnitt 10 bis 14 Wochen. In dieser Zeit wechseln Dokumente die Hand, Behörden reagieren langsam, Notare haben volle Kalender. Der Makler steht in der Mitte – und wird von beiden Seiten regelmäßig nach dem aktuellen Stand gefragt.

Das ist kein Zeichen mangelnder Professionalität. Es ist die logische Konsequenz eines Prozesses, der für Außenstehende eine Blackbox ist. Die Lösung liegt nicht in mehr Erreichbarkeit, sondern in mehr Transparenz.

Hier sind die 20 Schritte der Kaufabwicklung – in sechs Phasen gegliedert, genau so, wie sie auch in einem strukturierten Kaufabwicklungsportal ablaufen, mit konkreten Hinweisen, was in jedem Schritt zu tun ist und worauf du achten solltest.

Phase 1: Reservierung (Schritt 1–4)

Schritt 1: Reservierungsvereinbarung Sobald ein Käufer ernsthaftes Interesse zeigt, hältst du die Einigung schriftlich fest. Die Reservierungsvereinbarung dokumentiert Kaufpreis, Wunschtermin und eventuelle Bedingungen – die Grundlage für alles Weitere. Mündliche Zusagen sind wertlos.

Schritt 2: Reservierungsgebühr überweisen Eine Reservierungsgebühr signalisiert die Ernsthaftigkeit des Käufers und nimmt die Immobilie für einen definierten Zeitraum vom Markt. Achte auf die rechtlichen Grenzen: Reservierungsgebühren sind nur in engem Rahmen zulässig und müssen anrechenbar bzw. erstattbar gestaltet sein.

Schritt 3: Fragebogen für das Notariat Käufer und Verkäufer füllen die Stammdaten aus, die das Notariat für den Kaufvertragsentwurf braucht: vollständige Personalien, Grundbuchdaten, Kaufpreis, Finanzierungsmodalitäten. Je vollständiger dieser Schritt, desto schneller kommt der Entwurf.

Schritt 4: Notariat beauftragt In Deutschland wählt in der Regel der Käufer den Notar. Deine Aufgabe: die ausgefüllten Fragebögen und alle relevanten Unterlagen an das Notariat weiterleiten und den Auftrag bestätigen lassen.

Phase 2: Notarvorbereitung (Schritt 5–8)

Schritt 5: Notartermin abstimmen Terminfindung mit Notar, Käufer, Verkäufer – und manchmal noch Bankvertretern oder Bevollmächtigten. Das klingt simpel, kostet in der Praxis erstaunlich viel Hin und Her. Klare Kommunikation und feste Fristen helfen.

Schritt 6: Finanzierung sichern Spätestens jetzt muss die Finanzierung stehen. Eine verbindliche Finanzierungsbestätigung der Bank – kein Vorbehalt, kein „in Prüfung" – ist der Mindeststandard, bevor beurkundet wird. Parallel bereitet die Bank die Grundschuldbestellung vor.

Schritt 7: Kaufvertragsentwurf prüfen Der Notar schickt einen Entwurf. Beide Parteien haben das Recht, diesen mindestens zwei Wochen vor Beurkundung zu erhalten. Geh den Entwurf mit beiden Seiten durch und kläre offene Fragen, bevor der Termin steht.

Schritt 8: Grundschuldbestellungsunterlagen Die finanzierende Bank reicht die Grundschuldbestellungsunterlagen beim Notar ein. Ohne sie kann die Beurkundung der Grundschuld nicht vorbereitet werden – ein häufiger stiller Verzögerungsgrund kurz vor dem Termin.

Phase 3: Notartermin (Schritt 9)

Schritt 9: Notartermin (Beurkundung) Der eigentliche Termin dauert oft nur eine Stunde, ist aber das Herzstück der Transaktion. Danach ist der Kaufvertrag rechtsgültig – auch wenn der Kaufpreis noch nicht geflossen ist.

Phase 4: Nach dem Notar (Schritt 10–13)

Schritt 10: Auflassungsvormerkung Der Notar beantragt die Auflassungsvormerkung, die den Käufer im Grundbuch schützt. Damit ist sichergestellt, dass der Verkäufer die Immobilie in der Zwischenzeit nicht anderweitig veräußern kann.

Schritt 11: Behördliche Prüfungen Der Notar holt die nötigen Erklärungen ein – etwa, ob ein gemeindliches Vorkaufsrecht besteht. Das kann je nach Gemeinde und Auslastung zwei bis acht Wochen dauern. Hier hast du keinen Einfluss, aber du kannst den Status im Blick behalten und beide Parteien informieren.

Schritt 12: Kaufpreisfälligkeitsmitteilung Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind – Auflassungsvormerkung, Löschungsbewilligungen bestehender Grundschulden, ggf. Genehmigungen –, schickt der Notar die Fälligkeitsmitteilung. Erst dann wird der Kaufpreis fällig.

Schritt 13: Grunderwerbsteuer Das Finanzamt schickt den Grunderwerbsteuerbescheid. Erst wenn dieser bezahlt ist, stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus – ohne die keine Eigentumsumschreibung möglich ist.

Phase 5: Kaufpreis & Übergabe (Schritt 14–17)

Schritt 14: Kaufpreiszahlung Der Käufer überweist den Kaufpreis direkt an den Verkäufer (oder auf ein Notaranderkonto, wenn das vereinbart wurde). Das ist der Moment, auf den beide Seiten monatelang gewartet haben.

Schritt 15: Übergabetermin abstimmen Parallel zur Zahlung wird der Übergabetermin koordiniert. Beide Seiten brauchen Planungssicherheit – gerade wenn ein Umzug, eine Anschlussfinanzierung oder eine Mietkündigung daran hängt.

Schritt 16: Kaufpreiseingang bestätigen Der Verkäufer bestätigt den Zahlungseingang. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Übergabe stattfinden und der Notar die Eigentumsumschreibung veranlassen kann.

Schritt 17: Schlüsselübergabe Übergabe der Immobilie, Zählerstände dokumentieren, Übergabeprotokoll erstellen. Für den Käufer der emotionale Höhepunkt – und der Moment, in dem sich saubere Vorbereitung auszahlt.

Phase 6: Nach der Übergabe (Schritt 18–20)

Schritt 18: Nach der Übergabe Die operative Abwicklung ist erledigt, die Eigentumsumschreibung läuft im Hintergrund weiter. Jetzt geht es um den sauberen Abschluss: offene Fragen klären, Unterlagen bündeln, den Kontakt nicht abreißen lassen.

Schritt 19: Feedback Frag aktiv nach Feedback, solange die Erfahrung frisch ist. Du erfährst, was gut lief und was nicht – und der Kunde fühlt sich ernst genommen. Genau hier entscheidet sich, ob aus einer Transaktion eine Beziehung wird.

Schritt 20: Google-Bewertung Die zufriedene Partei direkt nach der Übergabe um eine Bewertung zu bitten, ist der günstigste Akquise-Hebel, den du hast. Wer den Prozess transparent erlebt hat, schreibt die überzeugendere Rezension.

Wo Makler am meisten Zeit verlieren

Der kritische Pfad liegt in Phase 2 bis 4 – also zwischen Notarvorbereitung und Kaufpreisfälligkeit. Unterlagen fehlen, Behörden reagieren langsam, eine Seite ist nicht erreichbar. Das zieht sich.

Was hilft: Klare Aufgabenpakete für beide Parteien, frühzeitiger Start mit der Unterlagensammlung und ein System, das alle Beteiligten über den aktuellen Stand informiert – ohne dass du dafür ständig zum Telefon greifen musst.

Genau dafür habe ich Portalist entwickelt. Die digitale Kaufabwicklung bildet alle 20 Schritte in einem gebrandeten Portal ab, das Käufer und Verkäufer in Echtzeit sehen können. Kein „Wo stehen wir gerade?" mehr. Kein Status-Update per E-Mail. Beide Seiten sehen denselben Stand – transparent, strukturiert, professionell.

Was Transparenz mit der Kundenzufriedenheit macht

Ich habe in Stuttgart Dutzende Transaktionen begleitet. Was ich gelernt habe: Die Zufriedenheit der Beteiligten hängt weniger vom Ergebnis ab als vom Gefühl, informiert zu sein. Wer weiß, dass ein Schritt läuft und welcher als Nächstes kommt, ist geduldiger. Wer im Dunkeln tappt, ruft an.

Das ist kein nettes Extra. Es ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Wer Transparenz liefert, bekommt Weiterempfehlungen. Und Weiterempfehlungen sind immer noch die günstigste Akquise, die ein Makler haben kann.

Der Unterschied zwischen gut und professionell

Die 20 Schritte kennst du. Die Herausforderung ist nicht das Wissen – es ist die Kommunikation auf dem Weg dahin. Wer den Prozess für alle Beteiligten sichtbar macht, reduziert Rückfragen, stärkt das Vertrauen und hebt sich von Maklern ab, die Kaufabwicklung als notwendiges Übel behandeln.

Wenn du noch keine strukturierte Lösung für deine Kaufabwicklung hast, lohnt sich ein Blick auf das, was heute technisch möglich ist – ohne monatelange Einführungsprojekte oder komplexe Software.

Tobias Troendle

Geschrieben von

Tobias Troendle

Immobilienmakler in Stuttgart und Gründer von Portalist. Ich schreibe über Digitalisierung, Kundenportale und alles, was Maklern hilft, professioneller zu arbeiten.

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