Wer in deiner Stadt ein Haus verkaufen will, googelt zuerst. Wenn du dabei nicht auftauchst, verlierst du den Kontakt, bevor er überhaupt entstanden ist. Google Business Profile kostet nichts und ist trotzdem einer der wirkungsvollsten lokalen Kanäle für Makler.
Was Google Business Profile eigentlich ist
Es ist dein kostenloser Eintrag in der Google-Suche und in Google Maps. Wenn jemand "Immobilienmakler Stuttgart" oder "Haus verkaufen Plieningen" sucht, erscheinen oben drei lokale Treffer – das sogenannte Local Pack. Wer da drin steht, gewinnt Klicks, ohne einen Euro für Werbung auszugeben.
Das Profil zeigt deinen Namen, deine Adresse, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten und – besonders wichtig – Kundenbewertungen. Es funktioniert also nicht nur als Visitenkarte, sondern als erster Vertrauensnachweis.
Einrichten: Mehr als nur Name und Adresse
Viele Makler legen ein Profil an und lassen es dann halbfertig. Das reicht nicht. Hier ist, worauf es wirklich ankommt:
Kategorie wählen: Wähle "Immobilienmakler" als Hauptkategorie. Manche tragen sich unter "Immobilienunternehmen" ein – das ist ungenauer und schwächt deine Sichtbarkeit bei konkreten Suchanfragen.
Beschreibung schreiben: 750 Zeichen stehen dir zur Verfügung. Nutze den Raum, um dein Spezialisierungsgebiet zu benennen – also nicht "Immobilienmakler mit Herz", sondern konkret: "Spezialisiert auf Einfamilienhäuser und Wohnungen im Stuttgarter Süden." Google liest das, potenzielle Kunden auch.
Dienstleistungen eintragen: Google bietet ein eigenes Feld für Dienstleistungen. Trag dort ein: Immobilienbewertung, Verkauf, Vermietung – alles, was du wirklich anbietest. Das hilft bei Longtail-Suchanfragen.
Servicegebiet festlegen: Wenn du ohne physisches Ladenlokal arbeitest oder Kunden im Umkreis betreust, kannst du ein Servicegebiet einstellen. Das ist für Makler oft relevanter als ein exakter Standortpin.
Fotos hochladen: Mindestens fünf Bilder sollten es sein. Dein Büro, ein Teamfoto, Beispiel-Objekte – alles was zeigt, dass da ein echtes Unternehmen dahintersteckt. Profile ohne Fotos bekommen deutlich weniger Klicks.
Bewertungen: Der entscheidende Faktor
Die Sternebewertung ist das erste, was Eigentümer sehen. 4,8 Sterne mit 30 Bewertungen schlagen 5,0 Sterne mit zwei Einträgen – weil Masse Vertrauen erzeugt.
Das Problem: Die meisten Makler bitten nie aktiv um Bewertungen. Dabei ist der beste Zeitpunkt direkt nach dem Notartermin. Verkäufer und Käufer sind erleichtert, zufrieden, emotional gut gestimmt. Genau dann die Bitte um eine kurze Bewertung – per E-Mail oder persönlich.
Wichtig dabei: Gib immer den direkten Link zur Bewertungsseite mit. Niemand sucht sich den Weg selbst. Den Link findest du in deinem Business-Profil unter "Bewertungen erhalten".
Negative Bewertungen passieren. Antworte immer – sachlich, nie defensiv. Das zeigt potenziellen Kunden, dass du Kritik ernst nimmst. Eine professionelle Antwort auf eine 2-Sterne-Bewertung kann vertrauensbildender sein als zehn 5-Sterne-Einträge ohne Kommentar.
Google Posts: Sichtbarkeit, die kaum einer nutzt
Im Business-Profil kannst du regelmäßig Beiträge veröffentlichen – ähnlich wie auf Social Media, aber direkt in den Suchergebnissen. Die meisten Makler ignorieren das komplett. Das ist eine verschenkte Chance.
Was funktioniert:
- Neue Objekte ankündigen ("Frisch eingewertet: Doppelhaushälfte in Degerloch")
- Marktkommentare ("Was passiert gerade mit den Preisen im Stuttgarter Westen?")
- Abgeschlossene Verkäufe ("Verhandelt und beurkundet: 14 Tage vom Auftrag zum Notartermin")
Letzteres ist besonders stark, weil es Prozessstärke demonstriert. Eigentümer, die ein Haus verkaufen wollen, wollen jemanden, der schnell und sauber abwickelt – nicht nur gut fotografiert.
Posts sind 7 Tage sichtbar, danach verschwinden sie aus der Hauptansicht. Einmal pro Woche posten reicht völlig. Es geht nicht um Quantität, sondern um Kontinuität.
Fragen & Antworten: Aktiv bespielen
Im Profil gibt es eine öffentliche FAQ-Sektion. Nutzer können Fragen stellen – und andere können antworten. Das klingt harmlos, aber: Wenn du die Fragen selbst stellst und selbst beantwortest, kontrollierst du das Narrativ.
Frag dich, was Eigentümer in deiner Region immer wieder wollen:
- "Wie lange dauert ein Hausverkauf bei euch?"
- "Bietet ihr kostenlose Bewertungen an?"
- "Arbeitet ihr auch mit Erbengemeinschaften?"
Schreib diese Fragen selbst rein, beantworte sie präzise. Das verbessert nicht nur dein Profil, sondern hilft auch bei Suchanfragen, weil Google diese Inhalte indexiert.
Insights auswerten: Was die Daten zeigen
Im Backend deines Profils findest du Statistiken: Wie oft wurdest du gefunden, bei welchen Suchanfragen, wie viele haben auf "Anruf" geklickt, wie viele auf deine Website? Das ist solides Feedback ohne teure Tracking-Tools.
Was du konkret nachschauen solltest:
- Über welche Suchbegriffe wirst du gefunden? Wenn dort vor allem "Immobilienmakler" ohne Stadtteil steht, lohnt es sich, in der Profilbeschreibung und in Posts gezielt Stadtteilnamen einzubauen.
- Wann ist das Suchvolumen am höchsten? Manche Profile zeigen klare Peaks zu bestimmten Tagen – nützlich, wenn du weißt, wann du erreichbar sein solltest.
Was ein gutes Profil nicht ersetzt
Google Business Profile ist kein Ersatz für eine eigene Website und kein Ersatz für gute Arbeit. Es ist ein Einstiegspunkt. Eigentümer, die dich googeln, landen danach auf deiner Website oder rufen an. Was dann passiert, liegt an dir.
Was viele Makler unterschätzen: Der Eindruck endet nicht beim ersten Anruf. Wer danach den Prozess professionell begleitet – mit klarer Kommunikation, dokumentierten Zwischenständen und strukturierter Abwicklung – hat die besten Chancen auf Weiterempfehlungen. Und Weiterempfehlungen sind die beste Quelle für neue Bewertungen.
Wer den gesamten Verkaufsprozess transparent gestalten will, schaut sich die digitale Kaufabwicklung von Portalist an – von der Angebotsphase bis zum Notartermin in einem strukturierten Portal.
Drei Dinge, die du heute tun kannst
Wenn du bisher nichts mit Google Business Profile gemacht hast oder das Profil seit Monaten unberührt ist:
Erstens: Profil ausfüllen oder aktualisieren – vollständig, mit Kategorie, Servicegebiet und Beschreibung.
Zweitens: Drei Kunden aus den letzten Monaten anschreiben und um eine Bewertung bitten – mit direktem Link.
Drittens: Einen ersten Google Post schreiben – ein abgeschlossener Verkauf, eine aktuelle Marktbeobachtung, oder ein neues Objekt.
Das dauert insgesamt vielleicht zwei Stunden. Der Effekt auf deine lokale Sichtbarkeit kann sich innerhalb von Wochen zeigen.



