Open House ist ein US-amerikanisches Verkaufsformat, das in Deutschland zunehmend etabliert ist – vor allem in begehrten Großstadtlagen mit hoher Nachfrage.
Wann Open House sinnvoll ist
Für Makler bedeutet das: Open House lohnt sich bei Objekten mit überdurchschnittlich hoher Anfragequote. Wer 30 Anfragen in 5 Tagen bekommt, kann nicht 30 Einzelbesichtigungen durchführen. Stattdessen bündelst du sie in einem 2-stündigen Slot.
Im Verkaufsgespräch zeigst du dem Eigentümer: „Wir machen einen Termin, an dem alle Interessenten kommen. Das schafft Konkurrenzdruck – und führt typischerweise zu schnelleren Angeboten und besseren Preisen." Open House ist ein Beschleuniger, kein Ersatz für Einzelbesichtigung bei Top-Interessenten.
Ablauf und Nachbereitung
Du veröffentlichst den Termin offen im Listing und in der Bestätigungsmail. Interessenten melden sich an, du verteilst gestaffelte 15-Minuten-Slots. Vor Ort führst du jede Gruppe einzeln durch das Objekt, beantwortest Fragen und sammelst Visitenkarten oder digitale Kontakte.
Direkt im Anschluss startest du das Bieterverfahren. Alle Teilnehmer erhalten am selben Abend per E-Mail die Frist zur Angebotsabgabe – idealerweise 48 bis 72 Stunden. Ein digitales Käuferportal erleichtert die strukturierte Erfassung der Gebote und schafft Transparenz für den Eigentümer.
Mit dem Open-House-Format verkürzt du die Vermarktungszeit oft um 4 bis 6 Wochen gegenüber Einzelbesichtigungen. Bei schwachem Marktinteresse oder Premium-Objekten mit Diskretionsbedarf ist es allerdings das falsche Instrument – dann setzt du auf Off-Market-Vermarktung.