Glossar · Kaufabwicklung

Reservierungsgebühr

Auch: Reservierungszahlung

Zahlung des Kaufinteressenten an den Makler, die das Objekt für einen bestimmten Zeitraum exklusiv reserviert.

Die Reservierungsgebühr ist ein praktisches Werkzeug, um die Ernsthaftigkeit eines Kaufinteressenten zu prüfen. Rechtlich ist sie jedoch heikel und muss sorgfältig formuliert werden.

Rechtlicher Rahmen

Der Bundesgerichtshof hat mehrfach klargestellt: Eine pauschale Reservierungsgebühr, die bei Nichtkauf vollständig verfällt, ist in AGB unwirksam. Die Gerichte sehen darin eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers.

Wirksam ist eine Gebühr meist nur dann, wenn ihr eine konkrete Gegenleistung des Maklers gegenübersteht – etwa nachweisliche Marktbeobachtung, intensive Beratung oder Reservierung gegenüber anderen Interessenten. Die Höhe darf 0,5 bis maximal 1 Prozent des Kaufpreises nicht wesentlich überschreiten.

In der Reservierungsvereinbarung sollten klar geregelt sein: Zweck der Zahlung, Dauer der Reservierung, Bedingungen für Verfall oder Rückerstattung, Anrechnung auf Maklerprovision oder Kaufpreis.

Praxis für Makler

In der Eigentümer-Beratung erklärst du: Die Reservierungsgebühr ist kein Garant für den Abschluss, sondern ein Signal. Der Interessent zeigt, dass er ernsthaft kaufen will – mit Geldeinsatz, nicht nur mit Worten.

Im Verkaufsgespräch mit dem Käufer machst du deutlich, dass die Gebühr bei Kauf angerechnet wird. Damit ist sie nicht zusätzliche Belastung, sondern nur eine Vorauszahlung auf später ohnehin fällige Beträge.

Sauber dokumentiert wird die Gebühr im Reservierungsvertrag mit eindeutiger Regelung der Erstattungsfälle. Pauschale "verfällt komplett"-Klauseln vermeiden – sie führen zu Klagen, in denen der Makler regelmäßig verliert. Stattdessen lieber kleinere Beträge mit fairen Rückgaberegeln, die rechtlich Bestand haben.

Häufige Fragen

Zu Reservierungsgebühr

Wie hoch darf die Reservierungsgebühr sein?+

Üblich sind 0,5 bis 1 Prozent des Kaufpreises. Höhere Beträge werden gerichtlich oft als unangemessen bewertet und fallen unter unwirksame AGB.

Ist die Reservierungsgebühr bei Nichtkauf zurückzuzahlen?+

Das hängt von der konkreten Vereinbarung ab. Pauschaler Verfall in AGB ist meist unwirksam. Sicherer ist eine teilweise Erstattung mit klar definiertem Eigenanteil des Maklers.

Wird die Gebühr auf die Provision angerechnet?+

Üblicherweise ja, bei tatsächlichem Kaufabschluss. Wird die Reservierung für die Zahlung des Kaufpreises verwendet, ist das ebenfalls möglich – muss aber explizit vereinbart werden.

    Reservierungsgebühr – Glossar | Portalist