Glossar · Kaufabwicklung

Reservierungsvereinbarung

Auch: Reservierungsabrede

Schriftliche Zusage des Maklers, ein Objekt für einen bestimmten Interessenten zu reservieren – meist gegen Gebühr.

Die Reservierungsvereinbarung ist ein gängiges Werkzeug in der Verkaufsphase. Sie signalisiert dem Eigentümer die ernsthafte Kaufabsicht und sichert dem Interessenten Zeit für Finanzierung und Prüfung.

Rechtliche Einordnung

Die Reservierungsvereinbarung ist kein Vorvertrag im Sinne eines Kaufvertrags. Ein Vorvertrag über eine Immobilie wäre nach Paragraf 311b BGB beurkundungsbedürftig – die einfache Reservierung nicht. Sie ist also vertraglich schwächer, aber praktikabler.

Der Bundesgerichtshof hat mehrfach klargestellt: Eine Reservierungsgebühr ohne nennenswerte Gegenleistung des Maklers ist unwirksam, wenn sie in AGB pauschal verfallen soll. In der Praxis bedeutet das: Die Höhe muss verhältnismäßig sein, und die Bedingungen für Verfall oder Rückerstattung müssen klar formuliert werden.

Eine Reservierungsgebühr ist üblich, aber nicht zwingend – manche Makler arbeiten mit reinen Absichtsschreiben ohne Geldfluss.

Praxis für Makler

In der Eigentümer-Beratung erklärst du klar: Die Reservierung gibt Sicherheit, aber keine Garantie. Wenn der Interessent abspringt, geht das Objekt zurück auf den Markt – ohne Schadenersatzansprüche gegen den Käufer.

Im Verkaufsgespräch zeigst du Professionalität, indem du die Vereinbarung schriftlich aufsetzt und transparent über Verfall und Anrechnung sprichst. Eine sauber dokumentierte Reservierung beschleunigt den Weg zum Kaufvertrag – schlampige Formulierungen führen regelmäßig zu Streit.

Bei mehreren Interessenten ist eine Reservierung das Signal an die Konkurrenz, dass die Vermarktung kurz vor dem Abschluss steht – ein wichtiges Element für sauberes Erwartungsmanagement.

Häufige Fragen

Zu Reservierungsvereinbarung

Ist eine Reservierungsvereinbarung rechtlich bindend?+

Sie verpflichtet weder Eigentümer noch Käufer zum Abschluss. Erst der notarielle Kaufvertrag bindet. Die Reservierungsvereinbarung schafft jedoch eine moralische und vertragliche Verbindlichkeit zwischen Makler und Interessent.

Wie lange läuft eine Reservierung üblicherweise?+

Zwei bis sechs Wochen. Länger ist riskant, weil andere Interessenten in dieser Zeit nicht bedient werden können. Bei Finanzierungsfragen oder Auslandsbesichtigungen sind Ausnahmen sinnvoll.

Was passiert mit der Reservierungsgebühr bei Kaufabschluss?+

Sie wird üblicherweise auf den Kaufpreis oder die Maklerprovision angerechnet. Kommt es nicht zum Kauf, ist die Erstattungsregel in der Vereinbarung entscheidend – pauschale Nichterstattung wurde gerichtlich oft gekippt.

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