Glossar · PropTech & Tools

Self-Hosting

Auch: On-Premise, Eigenbetrieb

Eigenbetrieb von Software auf eigener oder gemieteter Infrastruktur – Gegenmodell zum SaaS-Bezug.

Self-Hosting ist im Maklergeschäft eine Nische, aber eine wachsende. Wer maximale Datenhoheit braucht oder eigene Infrastruktur sinnvoll nutzen kann, sollte die Option zumindest geprüft haben.

Wann Self-Hosting wirtschaftlich Sinn macht

In den meisten Fällen ist SaaS die effizientere Variante. Der Anbieter übernimmt Hosting, Backups, Updates und Sicherheit. Self-Hosting wird dann attraktiv, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: hohe Datenmengen mit niedrigem Variable-Cost-Anteil, sehr hohe Datenschutz-Anforderungen (etwa für institutionelle Kunden), und eigene oder zugängliche IT-Kompetenz. Auch wer schon eine Infrastruktur betreibt – etwa ein Mehrfamilienhausverwaltungsunternehmen mit eigener Server-Landschaft – kann Self-Hosting wirtschaftlich nutzen. Im Maklergeschäft betrifft das in erster Linie spezialisierte Tools wie ein Kundenportal mit sensiblen Käufer- und Verkäuferdaten. Hier kann Self-Hosting ein Kaufargument gegenüber Eigentümern sein – die Daten verlassen die eigene Kontrolle nicht.

Welche Lösungen Self-Hosting unterstützen

Klassische Maklersoftware ist fast immer SaaS-only. Anders sieht es bei manchen White-Label-Lösungen aus. Portalist etwa bietet sowohl SaaS- als auch Self-Hosting-Optionen für das Käuferportal – auf einer einfachen Container-Infrastruktur lässt sich das Portal in der eigenen Cloud betreiben. Auch im Bereich CRM, Cloud-Speicher und Marketing-Automation gibt es Open-Source-Alternativen mit Self-Hosting-Option. Typische Beispiele: Nextcloud (statt Google Drive), Mautic (statt MailerLite), EspoCRM (statt Salesforce). Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen – Updates, Sicherheits-Patches und Backups laufen nicht automatisch.

In der Eigentümer-Beratung kann Self-Hosting ein Differenzierungsmerkmal sein, vor allem im Premium-Segment. Hochpreisige Eigentümer, Family Offices und institutionelle Verkäufer schätzen die explizite DSGVO-Hoheit. Praxistipp: Wenn du Self-Hosting erwägst, plane realistisch mit Setup-Zeit und laufender Wartung. Ein technischer Partner oder ein erfahrener Freelancer ist meist günstiger als der Versuch, alles selbst zu lernen.

Häufige Fragen

Zu Self-Hosting

Wann lohnt sich Self-Hosting?+

Vor allem bei sehr hohen Datenschutz-Anforderungen, großen Datenmengen oder dem Wunsch nach voller technischer Kontrolle. Für klassische Maklerbüros überwiegen meist die Vorteile von SaaS.

Welche Kosten entstehen beim Self-Hosting?+

Server-Miete (50 bis 500 Euro im Monat), Setup-Aufwand (oft mehrere Tage), laufende Wartung und Backups. Hinzu kommen die Risiken von Ausfällen, Sicherheitslücken und veralteter Software.

Bieten PropTech-Anbieter Self-Hosting an?+

Wenige. Einige Open-Source-Tools und einzelne Anbieter (etwa Portalist für das White-Label-Kundenportal) ermöglichen Self-Hosting. Bei klassischer Maklersoftware ist es die Ausnahme.

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