Der Wirtschaftsplan ist das finanzielle Rückgrat jeder Wohnungseigentümergemeinschaft. Er schätzt die Kosten des kommenden Jahres und legt die monatlichen Vorauszahlungen jedes Eigentümers fest.
Aufbau
Ein vollständiger Wirtschaftsplan enthält: geschätzte Einnahmen (Hausgelder, eventuelle Mieten aus Gemeinschaftsräumen), geschätzte Ausgaben (Heizung, Wasser, Versicherung, Verwaltung, Wartung, Instandhaltung), Zuführung zur Instandhaltungsrücklage, geplante Sonderprojekte.
Die Ausgaben werden in umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten unterschieden. Erstere belasten direkt den Mieter (bei vermieteten Wohnungen), letztere bleiben beim Eigentümer. Diese Unterscheidung ist wichtig für die spätere Jahresabrechnung.
Der Plan wird in der Eigentümerversammlung beschlossen. Bis dahin gelten die Vorauszahlungen des Vorjahrs als Fortgeltung. Erst mit Beschluss treten die neuen Hausgeld-Sätze in Kraft.
Bedeutung beim Wohnungskauf
Käufer einer Eigentumswohnung sollten den aktuellen Wirtschaftsplan kennen. Er zeigt: Wie hoch sind die laufenden Kosten? Was ist im Hausgeld enthalten? Wie viel fließt in die Instandhaltungsrücklage?
In der Eigentümer-Beratung empfiehlst du: Wirtschaftsplan und Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre gehören in die Verkaufsmappe. Käufer sehen damit nicht nur die aktuelle Belastung, sondern auch die Entwicklung – steigt das Hausgeld kontinuierlich, ist das ein Warnsignal.
Im Verkaufsgespräch zeigst du Substanz, wenn du die einzelnen Positionen erklären kannst. Eine erhöhte Zuführung zur Instandhaltungsrücklage zum Beispiel ist meist ein gutes Zeichen – die Gemeinschaft denkt vorausschauend. Eine schwankende Wirtschaftsführung mit Sonderumlagen jedes Jahr deutet auf Probleme hin.
Ein strukturiertes Käuferportal mit Wirtschaftsplänen und Abrechnungen reduziert Rückfragen erheblich und beschleunigt die Käuferentscheidung.