Die Zwischenfinanzierung ist ein Spezialprodukt für Käufer, die zwei Immobilien zeitgleich finanzieren müssen – meist beim Wechsel von einer alten Immobilie in eine neue. Sie überbrückt den Zeitraum, bis der Verkaufserlös der alten Immobilie verfügbar ist.
Was Makler im Beratungsgespräch wissen sollten
Im Premium-Segment ist das Szenario klassisch: Familie kauft Traumhaus, kann aber das alte Haus nicht sofort verkaufen. Statt Wochen oder Monate zu warten, schlägt die Zwischenfinanzierung die Brücke. Sie ist meist variabel verzinst, mit kurzer Laufzeit von 6 bis 24 Monaten und höheren Zinsen als klassische Baufinanzierungen.
Wer als Makler beide Seiten betreut – Verkauf und Anschlusskauf – sollte das Thema früh ansprechen. „Wir koordinieren beide Notartermine so, dass die Zwischenfinanzierung möglichst kurz wird." Das spart Käufern viel Geld und ist ein klares Verkaufsargument für den qualifizierten Doppelauftrag.
Praxisrelevanz bei der Kaufabwicklung
In der Kaufpreiszahlung wird die Zwischenfinanzierung oft direkt aus dem Verkaufserlös getilgt. Sobald die alte Immobilie verkauft ist und das Geld auf dem Konto landet, wird die Zwischenfinanzierung abgelöst – meist ohne Vorfälligkeitsentschädigung, wenn die Klausel variabel ist.
Wichtig im Gespräch: Realistisch kalkulieren. Wer mit einem Verkauf in 3 Monaten plant und dann 9 Monate braucht, zahlt deutlich mehr Zinsen als geplant. Bei einem ohnehin engen Eigenkapital kann das die Gesamtkalkulation kippen. Faustregel: 6 bis 12 Monate Puffer einplanen, das spart Stress und schafft Spielraum für unerwartete Marktdynamik.