Käufer-Fragen wie „Ist die Heizung erst kürzlich getauscht?", „Wann war der letzte Schornsteinfeger da?", „Wie hoch ist das Hausgeld?" beantwortet du als Makler täglich. Wenn du sie in einer sauberen Verkaufs-Mappe vorbereitet hast, sparst du dir Stunden – und du wirkst professioneller.
Was die Verkaufs-Mappe leisten soll
Drei Dinge:
- Vertrauen aufbauen – Käufer sehen, dass du das Objekt wirklich kennst.
- Fragen vorab beantworten – weniger Mail-Ping-Pong, weniger Besichtigungen mit nicht-passenden Interessenten.
- Rechtlich absichern – wer alles offengelegt hat, was bekannt war, schützt sich vor späteren Reklamationen.
Eine Mappe ist nicht „nice-to-have". Sie ist Pflicht-Standard.
Was rein gehört
Aufgeteilt in vier Blöcke:
Block 1 – Objektdaten
- Grundbuchauszug (max. 3 Monate alt).
- Flurkarte mit Markierung des Grundstücks.
- Wohnflächen-Berechnung nach DIN 277.
- Grundrisse aller Etagen, Maßstab 1:100 oder vermaßt.
- Baugenehmigung und letzte Bauabnahme, falls verfügbar.
Block 2 – Energetik
- Energieausweis (Pflicht!), gültig.
- Heizungs-Wartungsprotokolle der letzten 2 Jahre.
- Schornsteinfeger-Bescheinigung.
- Modernisierungs-Rechnungen der letzten 10 Jahre.
- Eine Sanierungs-Übersicht (1-Seiter): was wann gemacht wurde, mit welcher Investition.
Block 3 – Verbrauch und Kosten
- Heizkosten-Abrechnungen der letzten 2 Jahre.
- Nebenkosten-Übersicht (Strom, Wasser, Müll, Grundsteuer).
- Bei Eigentumswohnung: Hausgeld-Abrechnung und Wirtschaftsplan.
- Bei vermieteten Objekten: Mietvertrag und letzte Nebenkosten-Abrechnung gegenüber Mieter.
Block 4 – Rechtliches
- Lasten und Beschränkungen (Grunddienstbarkeiten, Wegerechte).
- Bekannte Mängel in einer ehrlichen Liste.
- Bei WEG: Teilungserklärung und letzte 3 Protokolle der Eigentümerversammlung.
- Versicherungs-Schein der Gebäudeversicherung.
Was 2026 zusätzlich rein gehört
Drei Themen sind in den letzten zwei Jahren wichtig geworden:
- GEG-Status: Welche Sanierungspflichten gelten innerhalb von 2 Jahren? Heizungstausch, Dämmung, Fenster?
- Hochwasser-/Starkregen-Risiko: Risiko-Karte des Landesamtes für Umwelt zum Standort. Käufer fragen das inzwischen aktiv ab.
- Glasfaser-/Internet-Status: Welche Anschluss-Qualität ist verfügbar? Für Käufer mit Home-Office ein hartes Kriterium.
Wie du die Mappe digital ausspielst
Die Zeit der gedruckten Mappe ist nicht ganz vorbei, aber knapp. 2026 erwarten Käufer einen digitalen Zugang. Drei Wege:
- PDF-Bündel per E-Mail. Schnellste Lösung, aber alle Dokumente in einer einzigen 50-MB-Datei. Kann an E-Mail-Filtern hängenbleiben.
- Cloud-Ordner-Link. Praktisch, aber DSGVO-Probleme bei Dropbox/Google Drive aus US-Anbietern. Server in Deutschland nutzen.
- Käufer-Portal. Pro Käufer ein eigener Zugang, dokumentierter Audit-Trail, was wer wann gesehen hat. Aufwand 5 Minuten pro Käufer, Wert: Rechtssicherheit.
Für hochpreisige Objekte (ab ca. 500.000 Euro Kaufpreis) ist die Portal-Variante 2026 Standard.
Was du nicht in die Mappe legen darfst
- Persönliche Daten des Verkäufers, die nicht für den Kauf relevant sind (Gehaltsabrechnungen, Steuer-IDs etc.).
- Schufa-Auskünfte, weder vom Verkäufer noch vom Käufer.
- Nicht autorisierte Fotos der Nachbarschaft.
Klingt selbstverständlich, ist aber häufiger Fehler in Maklerbüros, die noch nicht DSGVO-konform aufgestellt sind.
Was Portalist dabei macht
In Portalist legst du alle Dokumente einer Verkaufs-Mappe einmalig zum Verkauf an. Für jeden ernsthaften Interessenten generierst du einen eigenen Magic-Link – verschlüsselter Zugang mit klarem Audit-Trail. Käufer sehen, was du freigegeben hast, du siehst, was er wann gelesen hat. Bei Reklamationen hast du den Nachweis.



