Glossar · Flächen & Bewertung

Bodenrichtwert

Auch: BRW, Grundstückswert

Durchschnittlicher Lagewert für Grund und Boden in einer Zone – wird von Gutachterausschüssen jährlich festgelegt.

Der Bodenrichtwert ist die wichtigste Standardgröße für die Bewertung von Grund und Boden. Er wird vom Gutachterausschuss der jeweiligen Kommune ermittelt – auf Basis realer Notarverkäufe der vergangenen 1 bis 2 Jahre.

Was Makler über die Datenquellen wissen müssen

Bodenrichtwerte sind öffentlich zugänglich. In den meisten Bundesländern gibt es das BORIS-Portal mit interaktiven Karten. Wer einen Verkaufstermin vorbereitet, ruft den BRW für die Adresse ab und hat sofort eine erste Lageorientierung. „Der Bodenrichtwert hier liegt bei 850 €/m² – Ihre 400-m²-Parzelle hat einen Bodenwert von rund 340.000 €."

Wichtig ist die Differenz zur Realität. Der BRW gilt für ein typisches Grundstück in der Zone. Eckgrundstücke, Hanglagen, schlechter Zuschnitt oder erschwerte Erschließung können den realen Wert deutlich nach unten ziehen. Premium-Lagen innerhalb einer BRW-Zone bringen oft 10 bis 30 % mehr.

Im Eigentümergespräch nutzen

Bei der Erstbewertung ist der Bodenrichtwert der schnellste Einstieg. Im Sachwertverfahren ist er die Basis für den Bodenwertanteil. Im Vergleichswertverfahren dient er als Plausibilitätscheck. Wer als Makler die BRW-Daten griffbereit hat, wirkt im Erstgespräch sofort vorbereitet.

Eigentümer überschätzen oft den Bodenwert. Sie haben vor 30 Jahren für 200 DM/m² gekauft, der BRW liegt heute bei 800 €/m² – und sie glauben, der Wert sei „mindestens 1.500 €/m²". Wer ehrlich mit den realen Daten arbeitet, kann diese Erwartung einordnen. Mit der Grundstücksgröße und dem BRW lässt sich der Bodenwertanteil objektiv bestimmen – eine sachliche Grundlage für jedes Verhandlungsgespräch.

Häufige Fragen

Zu Bodenrichtwert

Wer legt den Bodenrichtwert fest?+

Der örtliche Gutachterausschuss, gestützt auf reale Notarverkäufe der letzten 1 bis 2 Jahre. Die Werte werden jährlich oder zweijährlich aktualisiert und sind öffentlich zugänglich – meist über das BORIS-Portal des jeweiligen Bundeslandes.

Ist der Bodenrichtwert der reale Marktpreis?+

Nicht direkt. Er ist ein Durchschnittswert für eine Zone und für ein typisches Grundstück. Echte Verkaufspreise können 10 bis 30 Prozent darüber oder darunter liegen – je nach Lage innerhalb der Zone, Zuschnitt und Erschließung.

Wie nutzt man den Bodenrichtwert?+

Als Plausibilitätscheck bei Sachwertverfahren, als Verhandlungsgrundlage und als Indikator für die Lagequalität. In der Maklerpraxis ist er die schnellste Methode, einen groben Bodenwert zu bestimmen – aber nie die einzige.

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