Wohn-Riester ist die einzige Riester-Variante, bei der das Kapital nicht zur Rente, sondern für selbstgenutztes Wohneigentum eingesetzt wird. Das Modell ist staatlich gefördert, aber komplex – nicht jeder Käufer profitiert.
Was Makler im Beratungsgespräch wissen müssen
Bei jungen Familien lohnt der Hinweis: „Haben Sie an Wohn-Riester gedacht?" Die Kinderzulage von 300 € pro Kind kann sich über 20 Jahre auf über 30.000 € addieren. Das ist echtes Geld – und reduziert den Eigenkapital-Bedarf spürbar. Wer drei Kinder hat, bekommt jährlich 1.075 € geschenkt, plus die eigene Grundzulage.
Bei kinderlosen Käufern mit gutem Einkommen funktioniert das Modell oft schlechter. Der nachgelagerte Steuerabzug in der Rente kann die Förderung teilweise wieder auffressen. Hier lohnt der Verweis auf den Steuerberater – Makler sollten nicht zu tief in die Steuergestaltung einsteigen.
Praxisrelevanz beim Verkauf
Wohn-Riester-geförderte Immobilien haben eine Besonderheit: Beim Verkauf muss das Wohnförderkonto entweder versteuert oder auf eine neue Immobilie übertragen werden. Wer als Makler einen Wohn-Riester-Eigentümer betreut, sollte das früh ansprechen.
In der Praxis ist die Übertragung auf eine Folgeimmobilie der häufigste Weg. Verkäufer suchen dann oft sofort nach einer neuen Immobilie – das ist eine ideale Anschluss-Akquise. Wer hier vorausschauend berät, gewinnt zwei Geschäfte statt einem. Wer Wohn-Riester mit klassischen Förderungen wie KfW kombiniert, kann den Gesamtvorteil deutlich erhöhen – das gehört in jede ernsthafte Finanzierungsberatung.