Der Bausparvertrag ist ein zweistufiges Produkt: Erst spart der Kunde regelmäßig in einen Vertrag ein, danach hat er Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen zu vorab festgelegten Konditionen. In Niedrigzinszeiten verliert das Modell an Bedeutung, in Hochzinsphasen wird es wieder interessant.
Wo Bausparen heute noch passt
Sinnvoll ist Bausparen als Absicherung gegen steigende Zinsen. Wer heute weiß, dass er in 8 Jahren eine Anschlussfinanzierung braucht, schließt einen Vertrag mit niedrigem garantiertem Darlehenszins ab. Wenn die Marktzinsen dann steigen, ist der Bausparkredit günstiger als der reguläre Markt – das Modell zahlt sich aus.
Als reines Sparprodukt taugt Bausparen wenig. Die Guthabenverzinsung liegt oft unter 1 % – das schlägt jedes Tagesgeldkonto. Wer Eigenkapital aufbauen will, sollte andere Wege prüfen.
Im Beratungsgespräch ansprechen
Makler treffen Bausparverträge oft bei älteren Verkäufern: Eltern und Großeltern haben für ihre Kinder eingezahlt, die Zuteilung steht bevor. Hier lohnt der Hinweis, dass das Bauspardarlehen für den Immobilienkauf abgerufen werden kann. Bei einem Zuteilungsvolumen von 50.000 € senkt das die Haupt-Finanzierung deutlich.
Vorsicht im Verkaufsgespräch: Bausparkredite haben oft kurze Laufzeiten (10 bis 15 Jahre) und hohe Tilgungsraten. Das macht die monatliche Belastung höher als bei einem klassischen Annuitätendarlehen mit langer Zinsbindung. Käufer sollten das in ihre Kalkulation einrechnen, sonst gibt es nach dem Notartermin böse Überraschungen.