Kommunikation·3 Min Lesezeit

Energetische Sanierung: Was Verkäufer offenlegen müssen

GEG und Sanierungspflichten verändern Verkaufsverhandlungen massiv. Was du als Makler vom Verkäufer offenlegen lassen musst – und wie du es kommunizierst.

Tobias Troendle

Tobias Troendle

Immobilienmakler · Stuttgart

Energetische Sanierung: Was Verkäufer offenlegen müssen

Eine Käuferin entdeckt zwei Wochen nach Notar, dass die Ölheizung 32 Jahre alt ist und innerhalb von zwei Jahren ausgetauscht werden muss – Kosten: 25.000 Euro. Sie verklagt den Verkäufer, weil das nicht offengelegt wurde. Solche Fälle nehmen 2026 zu, und sie landen bei dir auf dem Tisch.

Was das GEG seit 2024 wirklich vorschreibt

Das Gebäudeenergiegesetz hat seit 2024 deutliche Pflichten beim Eigentümerwechsel eingeführt. Die Kernpunkte für Bestandsimmobilien:

  • Heizungs-Tauschpflicht bei Anlagen über 30 Jahre (Ausnahmen für Niedertemperatur- und Brennwertkessel). Frist: 2 Jahre nach Eigentumsübergang.
  • Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches, wenn ungedämmt. Frist: 2 Jahre nach Übergabe.
  • Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren in unbeheizten Räumen.

Diese Pflichten gelten unabhängig davon, ob der Käufer darüber Bescheid weiß oder nicht. Wer also kauft und nicht informiert wurde, hat – je nach Kaufvertrags-Formulierung – Anspruch auf Minderung oder Rückabwicklung.

Was du vom Verkäufer abfragen musst

Bevor du das Exposé schreibst, gehst du mit dem Verkäufer durch:

  1. Heizungsanlage: Baujahr, Energieträger, letztes Wartungsdatum. Originale Rechnungen oder Wartungsprotokolle anschauen.
  2. Dämmung: Dach, oberste Geschossdecke, Außenfassade, Kellerdecke. Wann jeweils gemacht, mit welchem Material, welche U-Werte (falls dokumentiert).
  3. Fenster: Baujahr, ein-/zwei-/dreifach verglast.
  4. Modernisierungs-Maßnahmen der letzten 20 Jahre. Mit Rechnungen, soweit verfügbar.

Das ist nicht Kür. Wer hier oberflächlich bleibt, riskiert eine Haftung als Makler – mindestens eine Provisions-Rückforderung.

Was im Exposé offengelegt werden muss

Pflichtangaben seit GEG:

  • Endenergiebedarf in kWh/m²a
  • Energieeffizienzklasse
  • Ausstellungsdatum des Energieausweises
  • Wesentlicher Energieträger

Zusätzlich freiwillig, aber empfehlenswert:

  • Baujahr und Modell der Heizung. Wer das offenlegt, filtert Käufer vor, die Sanierungsaufwand nicht stemmen können.
  • Bekannte Sanierungs-Pflichten. Wenn das Dach ungedämmt ist, sag es. Im Gespräch verlierst du sonst die Glaubwürdigkeit.
  • Geschätzte Sanierungskosten. Eine grobe Hausnummer („für die Heizungsumstellung sind 20.000–28.000 Euro zu rechnen") schützt dich und den Verkäufer.

Wie du Verkäufer zu Transparenz bringst

Verkäufer wollen oft nicht über Mängel reden. Sie haben Angst, dass der Preis fällt. Deine Aufgabe ist, ihnen zu erklären:

„Wenn wir die Themen jetzt offen ansprechen, filtern wir die richtigen Käufer vor. Wenn wir sie verschweigen, springt der Käufer zwei Wochen nach Notar ab oder klagt – und dann haben wir alle ein Problem."

Das funktioniert in 9 von 10 Fällen. Wer trotzdem auf Verschweigen besteht, ist nicht dein Auftraggeber – sondern dein nächstes Haftungs-Risiko.

Die Sanierungs-Vereinbarung im Kaufvertrag

Wenn das Haus klar sanierungsbedürftig ist, gehört eine konkrete Vereinbarung in den Kaufvertrag:

  • Welche Sanierungs-Pflichten der Käufer kennt.
  • Welche Maßnahmen der Verkäufer noch übernimmt (selten, aber möglich).
  • Wer welche Kosten trägt, falls Förderprogramme einspringen.

Lass das den Notar formulieren. Du als Makler stellst nur sicher, dass die Themen vor der Beurkundung auf dem Tisch sind.

Was Portalist dabei macht

In Portalist können Verkäufer alle relevanten Dokumente – Energieausweis, Heizungs-Wartungsprotokoll, Modernisierungs-Rechnungen, Sanierungsempfehlungen – einmalig hochladen. Käufer sehen sie dann im eigenen Portal-Zugang. Du als Makler hast einen sauberen Audit-Trail, was wem wann gezeigt wurde – wichtig im Streitfall.

Tobias Troendle

Geschrieben von

Tobias Troendle

Immobilienmakler in Stuttgart und Gründer von Portalist. Ich schreibe über Digitalisierung, Kundenportale und alles, was Maklern hilft, professioneller zu arbeiten.

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