Der Sollzins ist die Basis jedes Darlehensvertrags. Er gibt den reinen Zinsaufschlag an, den die Bank für das geliehene Geld verlangt – ohne Nebenkosten, ohne Gebühren, ohne Auszahlungsabschlag.
Was Käufer wirklich wissen müssen
Banken werben fast immer mit Sollzinsen, weil diese niedriger wirken als der Effektivzins. Im Verkaufsgespräch lohnt der Hinweis: Vergleichen Sie nur Effektivzinsen, sonst täuscht das Angebot. Der Sollzins zeigt zwar die monatliche Rate korrekt – aber er sagt nichts über die Gesamtkosten des Kredits.
Trotzdem ist der Sollzins für die Annuität maßgeblich: Bei 400.000 € Darlehen und 3,5 % Sollzins fließen im ersten Jahr rund 14.000 € als reiner Zins an die Bank, der Rest geht in die Tilgung.
Praxisrelevanz für die Käuferberatung
Wenn Käufer mit konkurrierenden Finanzierungsangeboten ankommen, ist der Sollzins-Vergleich oft irreführend. Bank A bietet 3,4 % Sollzins, Bank B 3,5 %. Im Effektivzins liegt Bank B aber bei 3,55 %, Bank A bei 3,70 % – weil Bank A ein verstecktes Disagio hat. Solche Details gehören in jedes ernsthafte Käufergespräch.
Bei längerer Zinsbindung steigt der Sollzins üblicherweise um 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte pro 5 Jahre Verlängerung. Wer 20 Jahre Bindung statt 10 Jahre wählt, zahlt also ein moderates Plus für deutlich mehr Planungssicherheit – ein Argument, das im Premium-Segment gut funktioniert.