Glossar · Finanzierung

Effektivzins

Auch: Effektiver Jahreszins, Gesamteffektivzins

Jährlicher Gesamtzins eines Darlehens inklusive aller Nebenkosten – die einzige vergleichbare Zinsangabe.

Der Effektivzins ist die wichtigste Vergleichszahl bei Baufinanzierungen. Er bündelt alle Kosten in einem einzigen Prozentwert – im Gegensatz zum Sollzins, der nur einen Teil der Wahrheit zeigt.

Was Käufer im Beratungsgespräch fragen

Käufer kommen oft mit drei Angeboten zum Notartermin und wissen nicht, welches das günstigste ist. Hier hilft der Hinweis: „Achten Sie nur auf den Effektivzins, nicht auf den Sollzins." Bankangebote mit niedrigem Sollzins, aber hohem Disagio, wirken auf den ersten Blick attraktiv – im Effektivzins sind sie oft teurer als ein einfaches Standardangebot.

Bei einem 400.000-€-Darlehen über 10 Jahre macht eine Differenz von 0,2 Prozentpunkten im Effektivzins rund 8.000 € Mehrkosten aus. Diese Summe ist es wert, mit Käufern in Ruhe durchzurechnen.

Praxisrelevanz im Verkauf

Im Verkaufsgespräch hilft Effektivzins-Wissen besonders, wenn die Finanzierung knapp ist. Käufer, die mit „1,5 % Sollzins" beworben werden, sind oft enttäuscht, wenn ihre Hausbank 3,5 % Effektivzins aufruft. Makler, die den Unterschied erklären, wirken kompetent und behalten den Käufer im Prozess.

Wichtig: Der Effektivzins enthält keinen Bereitstellungszins – die Gebühr für nicht abgerufenes Darlehen. Wer ein Bauvorhaben mit langer Auszahlungsphase finanziert, sollte zusätzlich auf bereitstellungszinsfreie Monate achten. Das gehört zur seriösen Finanzierungsberatung dazu, auch wenn Makler keine Finanzierungen vermitteln.

Häufige Fragen

Zu Effektivzins

Was ist im Effektivzins enthalten?+

Sollzins, Bearbeitungsgebühren, Auszahlungskursabschlag (Disagio), Schätzkosten und ähnliche Pflichtkosten. Nicht enthalten sind Bereitstellungszinsen, Restschuldversicherung oder Kontogebühren – die müssen separat geprüft werden.

Warum weicht der Effektivzins vom Sollzins ab?+

Der Sollzins ist nur der reine Zinsaufschlag. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich, wann welche Beträge fließen und welche Nebenkosten anfallen. Bei sauberen Angeboten liegt die Differenz bei 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten.

Wie hilft der Effektivzins beim Bankenvergleich?+

Er ist gesetzlich definiert und muss von jeder Bank gleich berechnet werden (PAngV). Zwei Angebote mit gleichem Effektivzins kosten den Käufer real fast identisch viel – das macht ihn zur einzigen seriösen Vergleichsgröße.

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