Das Forward-Darlehen ist ein Spezialprodukt für die Anschlussfinanzierung. Es ermöglicht, schon Jahre vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung den neuen Zinssatz festzuschreiben – gegen einen Aufschlag auf den aktuellen Marktzins.
Wann das Modell für Käufer Sinn ergibt
Wer 2018 zu 1,5 % gekauft hat, dessen Zinsbindung läuft 2028 aus. Bei aktuellen Marktzinsen um 3,5 % sind das massive Mehrkosten. Wer 2026 ein Forward-Darlehen abschließt, sichert sich heutige Zinsen für 2028 – mit einem Aufschlag von rund 0,02 % pro Monat Vorlaufzeit. Bei 24 Monaten also 0,48 % Aufschlag.
Lohnt sich, wenn man von steigenden Zinsen ausgeht. Lohnt sich nicht, wenn die Zinsen fallen oder gleich bleiben. Das ist eine Zinsmarkt-Wette, keine sichere Bank. Käufer sollten das mit ihrem Finanzierungsberater entscheiden, nicht aus dem Bauch heraus.
Was Makler im Verkaufsgespräch ansprechen können
Bei Eigentümern mit auslaufender Zinsbindung lohnt der Hinweis: „Wenn Sie nicht verkaufen, denken Sie an Forward-Darlehen – Sie können sich heute den Zins für 2028 sichern." Das öffnet oft ein Gespräch über die persönliche Situation: Bleiben oder verkaufen?
Bei Käufern ist das Thema indirekt wichtig: Wer eine Immobilie mit auslaufender Anschlussfinanzierung übernimmt, kann mit einem Forward die Restschuld absichern. Das macht den Kauf planbarer und ermöglicht eine ehrliche Gesamtkalkulation über 15 bis 20 Jahre. Käufer schätzen es, wenn Makler hier den weiten Blick haben – nicht nur den nächsten Notartermin.