Glossar · Finanzierung

Restschuld

Auch: Verbliebene Darlehensschuld, Offene Darlehenssumme

Verbleibende Darlehenssumme zu einem bestimmten Zeitpunkt – wichtig am Ende der Zinsbindung und beim Verkauf.

Die Restschuld ist die zentrale Größe bei Anschlussfinanzierung und Immobilienverkauf. Sie zeigt, wie viel vom ursprünglichen Darlehen noch offen ist – und entscheidet, was Eigentümer beim Verkauf wirklich erlösen.

Was Eigentümer im Verkaufsgespräch wissen müssen

Verkäufer planen oft mit dem vollen Kaufpreis und sind erschüttert, wenn ein großer Teil an die Bank geht. Bei einem Darlehen mit 300.000 € Restschuld plus 25.000 € Vorfälligkeitsentschädigung bleiben vom 500.000-€-Verkaufspreis nur 175.000 € minus Notar- und Maklerkosten.

Als Makler gehört es zur Pflicht, diese Rechnung früh aufzumachen: „Was bleibt Ihnen wirklich übrig?" Wer das im Erstgespräch klärt, verhindert Schock-Reaktionen beim Notartermin. Eigentümer, die ihren Nettoerlös kennen, sind ruhiger und treffen bessere Entscheidungen.

Praxisrelevanz bei der Käuferberatung

Auch für Käufer ist die Restschuld wichtig – am Ende der ersten Zinsbindung. Wer 2026 mit 10 Jahren Bindung kauft, hat 2036 eine Restschuld, die neu finanziert werden muss. Steigen die Zinsen, steigt die monatliche Rate deutlich.

Faustregel: Bei einem 400.000-€-Darlehen mit 3 % Anfangstilgung bleibt nach 10 Jahren eine Restschuld von rund 280.000 €. Bei einem Zinsanstieg von 3,5 auf 5 % steigt die Annuität um rund 400 €. Diese Zahl gehört in jede ehrliche Erstkalkulation. Wer als Makler das durchspielt, zeigt Beratungstiefe – ohne in die Finanzberatung einzusteigen. Käufer müssen das wissen, bevor sie unterschreiben.

Häufige Fragen

Zu Restschuld

Wie hoch ist die Restschuld nach 10 Jahren typisch?+

Bei einem Darlehen von 400.000 Euro, 3,5 Prozent Zins und 3 Prozent Anfangstilgung liegt die Restschuld nach 10 Jahren bei rund 280.000 Euro. Bei 2 Prozent Tilgung sind es noch rund 320.000 Euro.

Wer berechnet die Restschuld?+

Die Bank gibt sie im Tilgungsplan an, idealerweise zu jedem Stichtag. Bei Verkauf oder Anschlussfinanzierung wird sie taggenau ausgewiesen. Wer als Eigentümer verkaufen will, sollte die aktuelle Restschuld vor dem Vermarktungsstart kennen.

Was passiert mit der Restschuld beim Verkauf?+

Sie wird aus dem Kaufpreis abgelöst – meist über das Notaranderkonto oder direkte Zahlung an die finanzierende Bank zur Lastenfreistellung. Was vom Kaufpreis übrig bleibt, gehört dem Verkäufer.

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