Glossar · Flächen & Bewertung

Mietmultiplikator

Auch: Vervielfältiger, Multiplikator

Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresnettomiete – schnelle Faustformel zur Bewertung von Renditeobjekten.

Der Mietmultiplikator ist die schnellste Bewertungsfaustformel für Renditeobjekte. Er setzt den Kaufpreis ins Verhältnis zur Jahresmiete – und gibt einen sofortigen Eindruck, ob ein Objekt günstig oder teuer ist.

Was Makler im Erstgespräch wissen müssen

Investoren denken in Multiplikatoren. Im Erstkontakt fragt der Profi-Käufer: „Welche Faktor läuft hier?" Wer als Makler die regional üblichen Multiplikatoren parat hat, wirkt sofort kompetent. In München liegen Wohnimmobilien bei 30 bis 40 – das entspricht 2,5 bis 3,3 % Brutto-Rendite. In mittleren Städten sind 18 bis 25 üblich, in ländlichen Regionen 12 bis 18.

Praktisch: Ein Mehrfamilienhaus mit 30.000 € Jahresmiete und Faktor 22 liegt bei einem Marktpreis von 660.000 €. Wer 720.000 € fordert, hat einen Faktor von 24 – das müssen entsprechende Argumente rechtfertigen (z. B. Sanierungsstand, Top-Lage).

Im Verkaufsgespräch positionieren

Bei Eigentümern lohnt der direkte Vergleich: „Hier am Markt werden Mehrfamilienhäuser zum 20fachen der Jahresmiete gehandelt – Ihre Immobilie mit 30.000 € Miete liegt damit realistisch bei 600.000 €." Das ist nachvollziehbar und schafft Akzeptanz.

Vorsicht aber: Der Multiplikator ist eine grobe Faustformel. Er ignoriert Bewirtschaftungskosten, Sanierungsbedarf und das Niveau der Bestandsmieten. Bei alten, unter Mietspiegel liegenden Verträgen ist der echte Wert höher als der reine Multiplikator suggeriert – weil das Mieterhöhungspotenzial fehlt. Für eine seriöse Bewertung gehört das vollständige Ertragswertverfahren. Der Multiplikator ist die Eröffnung, nicht der Abschluss eines Bewertungsgesprächs.

Häufige Fragen

Zu Mietmultiplikator

Wie berechnet man den Mietmultiplikator?+

Kaufpreis geteilt durch Jahresnettomiete. Beispiel: 500.000 Euro Kaufpreis bei 25.000 Euro Jahresmiete ergibt einen Multiplikator von 20. Das ist die einfachste Bewertungsfaustformel im Immobiliengeschäft.

Welche Multiplikatoren sind üblich?+

In Großstädten und Top-Lagen 25 bis 35 (entspricht 2,8 bis 4 Prozent Brutto-Rendite). In B-Lagen 18 bis 25. In ländlichen Regionen 12 bis 18. Bei Gewerbeimmobilien meist 10 bis 16.

Wo sind die Grenzen der Multiplikator-Methode?+

Sie ignoriert Bewirtschaftungskosten, Mietspiegel-Niveau, Bausubstanz und Sanierungsbedarf. Als Erstindikator ist sie gut, als alleinige Bewertungsgrundlage zu grob. Für eine seriöse Bewertung gehört das volle Ertragswertverfahren.

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