Glossar · Flächen & Bewertung

Rohertrag

Auch: Jahresbruttomiete, Mieteinnahmen brutto

Gesamte Jahresmiete (Kaltmiete) einer vermieteten Immobilie – Bruttogröße vor Abzug der Bewirtschaftungskosten.

Der Rohertrag ist die wichtigste Eingangsgröße für die Bewertung von Renditeobjekten. Er gibt die gesamten Jahresmieten an, bevor Bewirtschaftungskosten abgezogen werden – also die Bruttomieteinnahmen.

Was Makler im Investorengespräch wissen müssen

Im Erstgespräch mit Kapitalanlegern ist der Rohertrag die Standardgröße: „Welche Jahresmiete bringt das Objekt?" Daraus lassen sich erste Indikatoren wie Mietmultiplikator und Bruttorendite ableiten. Faustregel: Kaufpreis geteilt durch Jahresrohertrag ergibt den Multiplikator. Bei einem Kaufpreis von 500.000 € und 25.000 € Rohertrag liegt der Multiplikator bei 20.

Wichtig ist die Mietartdefinition. Banken und Gutachter rechnen mit der nachhaltig erzielbaren Miete, nicht zwangsläufig mit der Bestandsmiete. Bei alten, unter Marktniveau liegenden Mietverträgen wird oft eine angepasste Marktmiete angesetzt – das kann den Rohertrag deutlich erhöhen und damit den Wert.

Im Eigentümergespräch positionieren

Eigentümer denken oft in Bruttomieten und merken nicht, dass Investoren in Nettogrößen rechnen. Wer als Makler den Unterschied erklärt, vermeidet späte Preisdiskussionen. „Ihre 30.000 € Jahresmiete sind die Bruttogröße – nach 25 % Bewirtschaftungskosten bleiben 22.500 € Reinertrag, daraus kalkuliert der Investor."

Bei der Aufbereitung der Verkaufsunterlagen gehört der Rohertrag prominent in das Exposé – inklusive Aufschlüsselung pro Wohneinheit und Bestandsdauer der Verträge. Investoren wollen wissen: Wer wohnt seit wann zu welcher Miete? Indizierte Mieten haben Spielraum, Sozialwohnungen weniger. Diese Transparenz beschleunigt den Verkaufsprozess deutlich – weil Käufer schon im ersten Kontakt eine belastbare Kalkulation machen können.

Häufige Fragen

Zu Rohertrag

Wird die Nebenkostenvorauszahlung mitgerechnet?+

Nein. Der Rohertrag ist nur die Kaltmiete – die Bruttowarmmiete oder Nebenkostenpauschale gehört nicht dazu. Sie ist nur Durchläufer für Heizung, Wasser, Hausverwaltung etc.

Was ist der Unterschied zwischen Rohertrag und Bruttomietrendite?+

Der Rohertrag ist die absolute Größe in Euro pro Jahr. Die Bruttomietrendite setzt den Rohertrag ins Verhältnis zum Kaufpreis. Beispiel: 24.000 Euro Rohertrag bei 600.000 Euro Kaufpreis ergibt 4 Prozent Bruttomietrendite.

Welche Mietart wird genutzt?+

Die nachhaltig erzielbare Miete, nicht zwangsläufig die aktuelle Bestandsmiete. Wenn die Bestandsmiete deutlich unter Marktniveau liegt – etwa bei alten Verträgen – kann auch eine angepasste Miete für die Bewertung herangezogen werden.

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